"Kinderleicht - Besser essen. Mehr bewegen" beinhaltet vorrangig Programme für übergewichtige Kinder. Dabei sind genügend Bewegung und ausgewogene Ernährung für alle Kinder wichtig: Gerade die ganz Kleinen lernen und erfahren sich selbst und die Welt, in der sie leben, in erster Linie über körperliche Bewegung und die Wahrnehmung mit allen Sinnen.

So sind sie z.B. nur über intensive Bewegungserfahrungen in der Lage, die recht komplizierte Koordination von Auge und Hand zu bewältigen, die später u.a. für das Schreiben notwendig ist. Unsere Kinder brauchen also mehr Bewegung und gleichzeitig besseres Essen - zwei Forderungen, die sich im wahrsten Sinne des Wortes kinderleicht erfüllen ließen, wenn ihrem natürlichen Bewegungs-, Forscher- und Entdeckungsdrang einfach mehr Raum und Zeit gelassen würde.

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen

Kinder brauchen "freie" Spielzeiten mit Gleichaltrigen zum Toben und Klettern ebenso wie für Ball- und Hüpfspiele - natürlich im Sommer bevorzugt im Freien. Wie von selbst lernen sie dabei, sich in eine Gruppe einzufügen. Zugleich können sie die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit testen, machen am eigenen Leib vielfältige Erfahrungen mit Schwerkraft und Gleichgewicht und gewinnen so Vertrauen in die Fähigkeiten ihres Körpers.

Erlebnis Essen & Trinken

Was für die Bewegung gilt, gilt auch für das Essen: Probieren, was wie schmeckt, entdecken, wann Hunger und Durst gestillt sind, regelmäßige gemeinsame Mahlzeiten erleben und bei deren Zubereitung ganz praktisch mithelfen - das sind zweifellos keine spektakulären Maßnahmen, dafür jedoch sehr erfolgreiche. Sie stabilisieren auf spielerisch leichte Art das Essverhalten unserer Kinder ebenso wie ihr Gewicht. Wesentlich ist zudem, erlebbar zu machen, wo das Essen herkommt z.B. Obst und Gemüse im eigenen Garten heranwachsen zu sehen, Bauernhöfe zu besuchen oder auch mal hinter die Kulissen einer Bäckerei oder Metzgerei zu blicken.

"Mehr" ist mehr

"Kinder und Uhren dürfen nicht beständig aufgezogen werden. Man muss sie auch gehen lassen", sinnierte schon der fränkische Pädagoge und Dichter Jean Paul (1763-1825). Wenn wir unseren Kindern also mehr Raum und Zeit für ihren ursprünglichen Entdeckungs- und Bewegungsdrang lassen und ihnen die Freude an gutem Essen & Trinken in der Gemeinschaft vermitteln, bedarf es für ihre gesunde körperliche und geistige Entwicklung mit Sicherheit auch zukünftig weder wissenschaftlich ausgeklügelter Therapieprogramme noch spezieller Kinder-Nahrungsmittel.

Laufen, klettern, springen ...

- das macht Spaß und bringt gute Laune. Einfache Spielideen gibt es tausende, viele sind bereits seit Generationen überliefert. Besonders beliebt sind alle Arten von Ballspielen, ob allein, zu zweit oder in der Gruppe, genauso wie Fangspiele - z.B. der Zauberbaum: Alle Kinder rennen. Ein Kind ist der Fänger. Sobald es ein anderes Kind berührt hat, bleibt dieses fest verwurzelt wie ein Baum stehen. Jedes andere Kind, das noch nicht gefangen wurde, kann durch Berühren der Handinnenfläche das Kind wieder befreien, so dass es weiter rennen, erneut gefangen werden oder andere Kinder aus dem Zauberbaumstadium erlösen kann. 

Seilspringen: Man braucht ein festes Seil, dessen Länge beidseitig bis unter die Achseln reicht, wenn man mit den Füßen auf dessen Mittelteil steht. Schon kann's losgehen: Ein Seilende in jede Hand und das Seil von hinten nach vorn über den Kopf schwingen. Sobald es wieder den Boden berührt, hüpft man entweder mit beiden Beinen gleichzeitig oder im Laufschritt darüber, schwingt, hüpft, schwingt, hüpft im Gleichtakt - und sollte nicht aufgeben, wenn's zu Anfang noch nicht so klappt. Springseilhüpfen fördert insbesondere motorische Fähigkeiten sowie Ausdauer und Konzentration. Himmel und Hölle heißt eines der ältesten Hüpfspiele, das viele Varianten kennt. Man braucht nur einen Platz, frei von Verkehr, wo man seine Hüpfkästchen entweder mit Kreide bzw. Malstein auf Asphalt oder mit Stöckchen in Erde oder Sand malt sowie einen kleinen Stein. Schon geht's los: Den Stein in das erste Kästchen werfen und hinterher hüpfen, den Stein dabei mit den Füßen ein Kästchen weiter schieben. So geht's weiter bis zum vorletzten Kästchen - die Hölle , das übersprungen werden muss, um direkt ins letzte den Himmel - zu gelangen. Was passiert, wenn dies nicht gelingt sowie diverse Varianten dieses spannenden Hüpfspiels und eine Menge weiterer vergnüglicher Spielideen gibt's auch unter www.zzzebra.de im Internet.

Autorin: Brigitte Neumann